Warum nehmen alle Unternehmen für sich in Anspruch kundenorientiert zu agieren, sind es aber tatsächlich nicht? Die Antwort ist so naheliegend, einfach wie kompliziert: Es liegt an Made in Germany, dem Gen in der DNA vieler Unternehmen. Made in Germany sendet, differenziert sich über das Produkt, die Dienstleistung. Dieser DNA liegt der Irrtum zugrunde, dass ein größer, schneller, besser zu wirtschaftlichem Erfolg führen wird.

Made in Germany wurde im letzten Jahrtausend entwickelt und seitdem Millionenfach ausgeliefert. In einer Zeit mit ganz anderen Anforderungen und Funktionen. Eine Zeit mit Telefonzellen, Overheadprojektor, Kreide und Tafel. Italienische und englische Fahrzeuge waren schön – funktionierten aber selten. Der deutsche Käfer lief. Aus dieser Zeit stammt: Er läuft, und läuft, und läuft. Ein Qualitätsverständnis, das früher einmalig war. Heute kann es von jedem Automobilhersteller der Welt geleistet werden.

Heute blockiert Made in Germany die Fähigkeit zur Kundenorientierung. Trotz riesigen Produktivitätsfortschritten, digitaler Transformation und Big Data spucken die Fabriken und Dienstleister immer noch Lösungen aus, die mit der modernen Welt wenig zu tun haben. Der Kunde, seine Motive und Sehnsüchte nach Belohnung werden konsequent ignoriert. Aufgrund seiner evolutionären Ursprünge ist in der DNA vieler Unternehmen immer noch ein überhebliches Sendungsbewusstsein verankert. Wenn Unternehmen Kundenorientierung wirklich leben wollen, müssen diese eine Neu-Programmierung ihrer DNA vornehmen. Kundenorientierung funktioniert mit dem Gen „Vom Kunden her denken“. „Auf den Markt bringen“, Made in Germany – auch digitalisiert – führt mittelfristig in die Austauschbarkeit.