Eine Idee ist noch keine Innovation

Man sollte seine Kunden kennen, antizipieren können, welche Motive sie leiten, was sie haben möchten und was nicht. Eine Idee, so neu oder toll diese auch sein mag, die keine Motive des Kunden befriedigt, die den Kunden nicht interessiert, wird sich für ein Unternehmen nicht rechnen – ist keine wirkliche Innovation. Echte Innovationen erkennt man daran, dass Kunden und Märkte triumphieren.

Wann ist „Autonomes Fahren“ eine Innovation?

Google, Apple und Co. treiben gerade die klassischen Automobilhersteller zu Ideen, vielleicht zu Innovationen. Die Autos werden immer klüger. Tesla nimmt uns sogar inzwischen das Autofahren ab. „Selbstfahrende Autos“, das „Autonome Fahren“ ist für viele Anbieter das große Ziel. Autonomes Fahren kann zu einem vollkommen entspannten, gleichzeitig zügigen Dahingleiten führen, der rollende Fernsehsessel wird Wirklichkeit. Das Fahren wird zudem sicherer. Es wird viele Fahrer geben, die sich danach sehnen werden. Ihr Sicherheitsmotiv wird jubilieren.

Autonomes Fahren gehört zur Grundausstattung des Menschen, nicht des Autos

Aber viele Fahrer werden genau diese Entwicklung aktiv negieren. Bei der letzten Gruppe gehört das autonome Fahren zur Grundausstattung – damit ist aber nicht das selbstfahrende Auto gemeint. Der Fahrer möchte selbst entscheiden, wie schnell oder langsam er (bzw. das Auto) er fährt, lieber eher links oder doch ein bisschen rechts. Freiheit und Verantwortung sind klassische Ausprägungen des Autonomiemotivs und damit für viele wichtige persönliche Werte, die gelebt und erlebt werden wollen. Gerade bei des Deutschen liebstem Kind, dem Auto, muss dies immer wieder bedacht werden. Das gilt nicht nur für 911-Fahrer! Selbst diejenigen, die sich eher als vorsichtige, die Sicherheit betonende Fahrer, sehen, werden auch ausscheren wollen. Unbefriedigte Autonomiemotive übernehmen dann das Lenkrad.

Wenn der Kunde die Wahl hat, wird aus einer Idee eine Innovation

Ideen sind nur eine Vorstufe zu Innovationen. Prozesse neu zu denken, sind ebenfalls nur eine Vorstufe von Innovationen. Die Digitalisierung wird die Automobilbranche revolutionieren. Das steht gar nicht zur Diskussion. Erfolgreich werden aber nur die Anbieter sein, die dem Kunden individuelle Wahlmöglichkeiten in der Bandbreite „freies Fahren mit Spaß“ bis „entspanntes autonomes Fahren“ bieten.